TEXTE

Das Wesen, das ich bin (2011)

Meinem
Wesen 
nahe
sein

In Ruhe sein mit dem, was mich von innen her belebt.

Wer schaut?
Wer hört?
Wer schmeckt?
Wer tastet mit der Hand, die zu mir gehört?
Wer spürt meine Füße, die den Boden berühren?
Wer schreibt?
Wer denkt den nächsten Gedanken?
Wer erinnert sich?
Wer plant?
Wer fühlt?

Ich spüre mich, meinen Körper, der lebt.

Darin schimmert leise,
- strömt sanft
die tiefe stille Ewigkeit 
meines 
Wesens,
das ich bin.

Meinem 
Wesen 
nahe
sein.

(August 2011)

                                                                          Was ich mit Dir teilen möchte...... (2008)

 

Ich möchte mit dir teilen, dass ich nicht das erste Mal als Mensch

hier auf diesem Planeten unterwegs bin.
Mir wurden mehrere Male konkrete Bilder und Eindrücke

aus anderen Leben als innere Erlebnisse geschenkt. Dafür bin ich sehr dankbar!

Ich möchte mit Dir teilen, dass ich herausgefunden habe, dass sich der,

der das erlebt hatte, sehr gleich anfühlte mit dem,

was jetzt aus diesen lebendigen Augen in die Welt schaut.
Ich habe daraus ein tiefes weites verständnisvolles Grundgefühl für meinen jetzigen Lebensweg finden dürfen, das ich mit Dir teilen möchte.
Ich konnte in Vieles davon Heilung fließen lassen.
An dieser Stelle sei all den kostbaren Wegbegleitern gedankt, die immer im rechten Moment aufgetaucht sind! Was für eine Gnade......

Ich möchte mit Dir teilen, dass ich mich in die Stille verliebt habe.
Ich bin darin irgendwann der Frage gefolgt, wie ich durch diesen Lärm der eigenen Gedanken hindurch endlich zu einem Frieden finden kann, ohne dafür physisch sterben zu müssen.
Ich möchte mit Dir die Momente der Erfahrungen von Glückseligkeit teilen, - Momente ohne einen einzigen Gedanken.

Ich möchte mit Dir teilen, wie ich es in einem Brief von Mozart gefunden habe, dass auch er mit dem Tod und der Endlichkeit des eigenen Daseins in diesem Leben sich anfreunden konnte.

Ich möchte mit Dir teilen, dass der Tod auch für mich nichts Schreckendes mehr hat.

Ich möchte mit Dir teilen, dass ich Frieden schließen konnte mit meiner eigenen Biographie, mit all den Verletzungen, Unmöglichkeiten, Verirrungen, Untaten.

Ich möchte mit Dir teilen, dass ich mich für alles bedingungslos bedanken kann.

Ich kann das Alles segnen und werde es immer wieder tun.

Ich möchte mit Dir teilen, dass ich mit dem „Inneren Kind“ Kontakt aufgenommen habe. Ich durfte irgendwann anfangen, auf meinen eigenen Körper zuzugehen und mit ihm Frieden zu machen.
Ich möchte mit Dir teilen, dass ich jetzt mit diesem hoch-intelligenten liebevollen Wesen zusammenarbeite, - viele viele Dinge mit ihm abstimmen kann.

Ich möchte mit Dir teilen, dass ich aufgehört habe, mich mit der eigenen Person, dem eigenen Beruf, den Beziehungen, den Habseligkeiten und Besitztümern zu identifizieren. Zumindest gelingt mir das immer besser und zudem ist es meine große Sehnsucht!

Ich möchte mit Dir teilen, dass ich in Liebe, Mitgefühl und Achtung zu meiner Person, dem eigenen Beruf, den Beziehungen und Besitztümern bin, ohne an ihnen zu hängen, sie festzuhalten oder sie über zu bewerten.

Ich möchte mit Dir teilen, wie glücklich ich mich oft fühle – grundlos – einfach so!

Ich möchte mit Dir meine tiefe Sehnsucht zu dienen teilen, – meine Sehnsucht, das eigene Leben ganz in den Dienst der Schöpfung zu stellen, um zum Wohle aller Lebewesen das Beste zu tun. 

Ich möchte mit Dir so gern teilen, wie berührt ich bin von dieser wundervollen Kraft und der Integrität meines eigenen Herzens, das in und unter all dem Wahnsinn der gewordenen verstandes-orientierten Person seine Sache dann doch so gut macht.

Ich möchte mit Dir teilen, dass ich offen bin und bereitwillig, mich den Prüfungen, Schmerzen und Widerständen, die immer mal wieder auf dem Weg auftauchen, zu stellen.

Ich möchte mit Dir teilen, dass ich das große .....„UND“..... für mich entdeckt habe, ...dieses „UND“, welches Alles verbindet und allen Polaritäten eine große Weite und Offenheit verleiht.

Dies Alles möchte ich mit Dir teilen, wenn Du magst....von Mensch zu Mensch! Wenn nicht....das macht nichts....was weiß ich schon....es war nur so eine Art Sehnsucht! 

Wenn ja, dann haben wir viel, worüber wir von Herz zu Herz sprechen können. Chataukwa...Pallaver nannten wir das als Indianer....Also lass uns eine Pfeife zusammen anzünden....und uns offen und wirklich begegnen!

Möge Frieden und Liebe unter allen Wesen sein! Om Shanti shanti shanti....How Meta Quassin! Das ist mein tiefster Herzenswunsch, den ich mit Dir teilen möchte! !

Joachim Goerke im März 2008

                     Stille ist (2008)
                  

 

 

                               Stille ist hier
                               immer
                               in Allem 
                               hier, jetzt.... 

                               Stille ist 

                               Lebendige Stille ist immer 
                               hier 
                               jetzt
                               in Allem

                               in mir

                               Die Stille spricht
                               wortlos
                               seiend 
                               gewährend

                               zu mir
                               in Allem 
                               hier, jetzt.....

                               ich höre
                               ich habe angefangen zu hören
                               mit allen Sinnen
                               offen
                               neugierig
                               unwissend

Etwas in mir ....... (2007)

Etwas in mir schläft nicht, wenn ich schlafe.
Etwas in mir scheint zu schlafen, wenn ich wach bin.
Etwas in mir ist immer da!

— Reines Bewusstsein, »ich bin«, wach, lebendig und still.
Ich kann es nicht sehen und doch ist es da.
Ich kann es nicht hören und doch ist es da.
Es war da in dem, was ich Vergangenheit nenne. 
Es wird sein in dem, was ich Zukunft nenne. 
Es ist, ist da, jetzt, hier.
— Reines Bewusstsein, »ich bin«, wach, lebendig und still. 
Ich kann es nicht benennen.
Ich kann es vielleicht nicht beschreiben. 
Doch ich weiß, dass es da ist. 
Der Frage folgend, wer das ist, der sieht, hört, riecht, wahrnimmt...... 
treffe ich auf das, was in mir ist, wach, lebendig und still.

Etwas in mir schläft nicht, wenn ich schlafe. 
Etwas in mir scheint zu schlafen, wenn ich wach bin.Etwas in mir ist immer da!

Joachim Goerke im Mai 2007

Gebet (2002-2006)

Ich danke, dass ich bin.
Ich danke, dass ich sein darf 
in diesem meinem Körper,
an diesem Ort,
in dieser Zeit,
in diesem meinem Leben, 
um all das zu erfahren, was ich noch erfahren wollte,
— um zu erkennen, wer ich wirklich bin.

Für alles danke ich von ganzem Herzen
und bitte um Segen, Schutz und Führung
für mein Sein
für meinen Weg 
für meine Seele
und für all die, mit denen ich im Herzen verbunden bin. 

Mögen wir uns öffnen können
für die bedingungslose Liebe, die wir sind. 
Möge diese Liebe uns durch all die Schatten führen,
die wir auf unserem Weg erzeugt haben. 
Möge Heilung geschehen! 
Mögen wir uns immer wieder öffnen können 
für den Schutz und die Führung der geistigen Welt. 

Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein! 

Amen 

(2002 – 2006)

Ich bin (2004-2006)

Ich bin! 
Ich bin in meinem Körper.
Ich bin nicht mein Körper.
»Ich bin« wohnt in diesem Körper.
Es ist gut, schön, sinnvoll im Körper zu sein;
– ein heiliger Tempel – der Natur entlehnt. 
Dankbarkeit !!! 
Mein Körper ermöglicht »ich bin« Erfahrungen zu sammeln. 
Mein Körper ist schön oder auch nicht, krank und gesund, 
auf ein Neues geworden und gewachsen in diese jetzige Welt hinein, 
voller Muster und Gewohnheiten, Instinkte, Verlangen, Gefühle, 
Materie die vergeht, verrottet.
»Ich bin« war vor dem Körper und wird sein, wenn mein Körper stirbt.
»Ich bin« ist raum- und zeitlos. 

Ich denke! 
Mein Kopf denkt – im Kopf wohnen meine Gedanken
»Ich bin« ist nicht meine Gedanken.
Es ist gut, schön, sinnvoll, dass ich denken kann.
Mein Kopf ermöglicht mir Erfahrungen zu verarbeiten und in der Welt zurechtzukommen. 
Meine Gedanken sind gut oder mies, wie auch immer,
auf ein Neues geworden und gebildet in diese jetzige Welt hinein, 
voller Muster und Gewohnheiten, Denkspuren und Überzeugungen,
Gedanken die vergehen. 
»Ich bin« war vor den Gedanken und wird sein wenn »Denken« aufhört, 
»Ich bin« ist raum- und zeitlos.

Ich bin eine Persönlichkeit. 
Meine Person ist ein großes, 
mehr oder weniger unübersichtliches Puzzle aus vielen Teilen und Wirksamkeiten. 
Meine Persönlichkeit benutzt meinen Körper, meine Gedanken, sie benutzt Gefühle, Eindrücke. 
Sie nimmt einfach alles!
»Ich bin« ist nicht meine Persönlichkeit.
Meine Persönlichkeit ist gut oder nicht gerade erbaulich, wie auch immer, auf ein Neues geworden und gebildet in diese jetzige Welt hinein, voller Muster und Gewohnheiten, Überzeugungen, Fähigkeiten..... Persönlichkeit vergeht, wenn mein Körper stirbt.
»Ich bin« war vor der Persönlichkeit und wird sein, wenn »Person« aufhört. 
»Ich bin« ist raum- und zeitlos.
Wir verlieren uns im Körper, in den Gedanken, 
in der Persönlichkeit. 
Warum nicht hinwenden zu dem, was in uns ist,
diesem »ich bin«,
das raum- und zeitlos, ewig und still ist? 
»Ich bin« wartet in der Tiefe unseres Seins,
in der Absoluten Gegenwart,
jetzt und hier. 

Wer den Ruf der Stille in sich spürt, 
fängt an, beginnt zu gehen oder bleibt einfach stehen, bleibt reglos, glaubt nicht mehr »Denken«, «Person« oder »Körper« zu sein. 
Da wo das Alles aufhört, wartet »ich bin«. 
Wer dort ankommt, erfährt »Neues«! 

Die Bereitschaft scheint erforderlich, all dem zu begegnen, was uns trennt.
In bedingungsloser Reglosigkeit können Angst, Zorn, tiefe Verzweiflung oder 
Erstarrungen und alle Bindungen und Identifikationen mit der Welt der Erscheinungen 
im Feuer der Liebe verbrennen. 
Alles muss dem Feuer gegeben werden.
In jedem von uns wartet das Unbeschreibliche, 
das, worauf alle großen Lehrer und Weisen schon immer hingewiesen haben und es bis heute tun:
in der inneren Stille: Frieden, Liebe, und Glückseligkeit raumlos, zeitlos, ewiglich,
reines natürliches Sein
»ich bin«

In tiefem Dank meinen wundervollen Lehrern und Helfern gewidmet
In tiefem Dank an mein eigenes Herz 

Joachim Goerke 2002 / Januar 2004 / Mai 2006